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Das Pilgerkreuz, das Wahrzeichen meiner alten Heimat “Veitsch” Es wurde auf dem Berg, an dessen Fuß vor Jahrhunderten unsere Kirche gebaut wurde, aufgestellt. Für mich ist es ein Mahnmal für den Frieden. Vom Kreuz aus führt der Pilgerweg  zur hohen Veitsch, oder weiter bis nach Maria Zell, einem Jahrhunderte alten Wallfahrtsort. Der Berg teilt das Tal in zwei Hauptäste (Vergleich mit einem Baum), von diesen gehen wiederum viele kleinere Seitentäler (Zweige) ab.

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Ein Blick ins Tal und zur Pforte ins Mürztal

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Blick in das Klein-Veitscher Tal.

Ich dachte schon, dieses Mal müsste ich auf einen Besuch am Kreuz verzichten. Doch am letzten Tag machte mir meine Schwägerin die Freude, mich zum Kreuz zu begleiten. Wir wählten den Weg in die Klein-Veitsch zum Zwerglitzgraben. Von dort führte ein sanfterer Weg zurück durch den Wald zum Kreuz. Den Heimweg ging es den steileren Abstieg hinab zur Kirche in den wunderschönen Arkadenhof. Müde Wanderer bekommen dort immer etwas zum trinken oder auch mal eine Brotzeit. Doch wir mussten ja nur mehr hinter dem Feuerwehrhaus durch das Gartentor und schon waren wir in unserem Garten. Kaffee und ein Stück Kuchen schmeckte uns nach unserer ausgiebigen Wanderung doppelt so gut.

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In meiner Kindheit war der Arkadenhof nicht so offen und daher auch nicht so frei zugänglich. Seit seiner Renovierung ist er, sowie auch die Kirche, ein wahres Schmuckstück und ein Stück Geschichte für das Veitscher Tal.


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Eine Rose für das tolle Support Team

Ich hatte meine Probleme seit gestern in mein mir vertrautes Dashboard zu kommen. Nun heute bekam ich die richtige Weisung beim Chat mit dem Support. Ich wusste nicht, dass WordPress mit Google zusammen geschlossen ist. Jetzt habe ich meine Seite bei Google ohne Probleme wieder. Ich bin richtig glücklich. Vielen herzlichen Dank und liebe Grüsse Eure Renate Klerx.


 

 

 

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Ein Blick von der Terrasse des Bergrestaurants Scheikl in der Brunalm. Mein erstes Ziel nach jeder Ankunft in der alten Heimat.

Die letzten Tage vor meiner Abreise waren wie immer etwas hektisch. doch dann war es soweit. Mit dem Auto ging es nach Feldkirch. Dort wurde mein Auto auf den Zug geladen, denn ohne Auto geht es einfach nicht. Mein ältester Enkelsohn war so lieb mich zu begleiten und mein Auto sicher im Waggon zu deponieren. Es war ja schon Nacht und ich liebe es nicht in der Dunkelheit mein Auto zu verladen. Ein Glück für mich, schon einen erwachsenen Enkel zu haben. Da vergisst man gerne das Alter. Die Zeit bis zur endgültigen Abfahrt verbrachte ich mit einem Kaffee im Restaurant. Kurz nach 22 Uhr begab ich mich zum Bahnsteig und es dauerte nicht mehr lange, bis mein Zug einfuhr.

Ich hatte ein Schlafwagenabteil für mich allein, konnte also ungestört schlafen. Morgens um 6.30 Uhr bekam ich mein Frühstück, und eine Stunde später waren wir in Graz. Die Sonne schien und ich war glücklich. Mein Auto wieder runterzufahren war nun kein Problem ich sah ja wo es lang ging. Wie immer machte ich in Kindberg einen Zwischenstopp um mein Abonnement fürs Internet und Telefon zu erneuern. Eine Stunde später war ich am Ziel. Ich wurde schon von meinem Bruder, meiner Schwägerin und Mutti erwartet. Es war einfach schön, alle wieder gesund wieder zu sehen. 

Meine Mutter war im Juni 93 Jahre alt geworden. Sie sah für ihr Alter wirklich gut aus. Die meiste Zeit verbringt sie bei meinem Bruder. Doch immer wieder zieht es sie in ihr Heim zurück, wo sie zwei Drittel ihres Lebens verbracht hatte. Mein Bruder bringt sie dann für zwei Tage nachhause. Damit auch er mit seiner Frau mal verreisen kann, fahre ich zwei bis dreimal im Jahr in meine Heimat. So ist unsere Mutter nicht allein. In dieser Zeit machen wir Besuche zu ihren Lieblingsplätzen, sowie zu ihrer Schwester und deren Kindern, die auf dem Bauernhof auf dem Mutti aufgewachsen ist, leben.

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Diese zwei Stiere sind zahm. Ohne Nasenring geht es auch, wie man sehen kann. Mein Cousin hat den Hof auf Bio Landwirtschaft und Mutterkuh umgestellt. Seine Tiere wachsen Artgerecht und in Freiheit auf. Sie kennen keinen Schmerz. Die Kälber bleiben bei den Kühen und sind vom Frühling bis Herbst auf der Weide.

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Mutti, sie sitzt rechts, mit ihrer Schwester vor der Hütte auf der Bergweide.

 

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Dieses Stierkalb mit Mutterkuh, wurde im Frühling geboren. Ich habe es gesehen als es eine Woche alt war.

 

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Die Auffahrt zur Bergweide. Es war wirklich ein Abenteuer, durch den Wald den Berg hinauf. Mit meinem Auto (Fiat 500) hätte ich es nicht geschafft. Mir reichte schon der Weg zum Hof.  Der auf über 1000 Meter liegt.

 

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Mein Cousin mit Frau, die das Glück haben, auf einem der schönsten Plätze der Welt zuhause zu sein. Weit und breit nichts als Wiesen und Wald.

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Hier die Naturstrasse die zum Hof führt. von da geht es noch 200-250 Höhenmeter durch den Wald bis zur Bergweide.


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Von Anfang an lernte Sherbo seine Benimm-regeln. Es war für ihn tabu mir in die Küche zu folgen. Ich weiß nicht mehr genau wie oft ich ihn an der Schwelle der Küche aufgehoben und zurück vor die Theke gesetzt habe, bis er es begriffen hatte, dass er hier warten musste. Als er von sich aus, sich das erste Mal an genau diesen Platz setzte, bekam er ein Leckerli und seine Streicheleinheiten mit einem großen Lob. Von da an versuchte er nie mehr, mir in die Küche zu folgen. Es gab viele Regeln die ich als Wirtin beachten musste und darum war ich sehr darauf bedacht, Sherbo zu lehren was er durfte und was nicht. Sherbo lernte schnell, er war ein kluger Hund. Eigentlich war Sherbo vom ersten Tag an stubenrein. Doch wie heißt es so schön: „Keine Regel ohne Ausnahme.“ Ich war dabei, die Lichter im Restaurant zu löschen. Ein langer Arbeitstag war zu Ende. Die Terrassentür, durch welche ich jeden Abend das Restaurant verließ hatte ich geöffnet. Sherbo wusste, er musste beim Cheminée (Kamin) warten. Ich hatte gerade das letzte Licht gelöscht, da hörte ich ein verdächtiges Plätschern. Schnell schaltete ich das Licht wieder an und was sah ich? Sherbo in hockender Stellung und nass unter seinen Pfoten. Er war noch nicht aufgerichtet, da war ich schon bei ihm. Packte ihn am Genick und drückte seine Nase in die Nässe, hob ihn kurz an und beförderte ihn nicht gerade sanft durch die offene Tür auf die Terrasse. Er landete auf seinen vier Pfoten. Natürlich war ich böse und schimpfte mit ihm. So hatte er mich noch nie erlebt. Ich holte eine Rolle Haushaltspapier und wischte den Boden auf. Sherbo stand noch immer dort wo er gelandet war und schaute mir zu, wie ich seine Untat tilgte. Nachdem alle Spuren beseitigt waren löschte ich endgültig die Lichter hob Sherbo von der Terrasse auf und sperrte die Türe ab. Die Straßenlaterne beleuchtete die Stufen der Terrasse und die wenigen Schritte zu meinem Auto. Sherbo kuschelte sich in meinen Arm. Er merkte schon wie ich ihn zu mir hoch nahm, dass ich ihm nun wieder gut war. Bevor ich ihn auf seinen Platz am Rücksitz setzte, drückte ich ihn noch kurz an mich und streichelte über sein Köpfchen. „Du bist ja noch so klein.“ Meine Stimme war nun wieder sanft als ich zu ihm sagte: „Wir sind Freunde, aber das machst du nicht noch einmal.“ Es war ihm eine Lehre, er tat es nie wieder.


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Ich habe hier das Bild eines lieben Freundes ausgewählt, welches mir geholfen hat, aus dem dunklen Schutz des Waldes, den Weg heraus zu finden. Denn, gibt es einen Weg hinein, so führt er auch wieder zurück.

Tage, Wochen, nein, Monate sind vergangen, seit meine liebe Schwester von uns gegangen ist. Meine Gedanken im Nebel, mein Herz erfüllt mit Trauer. Voller Tatendrang ging ich ins neue Jahr. Angefangenes wollte ich beenden und Neues wollte ich beginnen. Doch ich schaffte nur den Anfang. Nun heilen die Wunden meiner Seele, zwar langsam, aber stetig und der Wunsch wieder zu schreiben drängt immer mehr in den Vordergrund. Zwar gehen meine Gedanken noch eigene Wege. Folgen nicht meinem Willen, der sie auf die Pfade meiner Erzählungen lenken möchte. Doch denke ich, mein Wunsch zu schreiben wird die Trauer besiegen und meine Seele wieder freigeben. So wie ich die Seele meiner Schwester ziehen liess als es ihr Wunsch war, frei von allen Lasten fort zu fliegen.

Ich war etwas mehr als neun Jahre alt, als meine Schwester geboren wurde. Sie kam in meinem Bett auf die Welt. Mein Bruder und ich schliefen im Zimmer unserer Eltern, da es zu kalt und darum ungeeignet für eine Geburt gewesen wäre. Zur damaligen Zeit gab es noch keine Zentralheizung und die Winter waren kalt. An den Fensterscheiben bildeten sich Eisblumen und Schneeflocken fielen auf die gefrorene Erde. Mein Bruder und ich wussten, in dieser Nacht sollte unser Geschwisterchen ankommen. Natürlich hatten wir keine Ahnung ob Bruder oder Schwester, doch eigentlich war uns das nicht so wichtig. Vati hat uns in der Nacht aufgeweckt, mit den Worten: „Sie ist da! Wenn ihr wollt, könnt ihr sie nun begrüssen. Aber schön langsam und leise, wir wollen sie ja nicht erschrecken.“ Wir folgten Vati in unser Zimmer. Mutti hatte ein weisses Bündel neben sich liegen. Als ich näher kam sah ich ein kleines Köpfchen mit schwarzen Haaren daraus hervorgucken. Mutti war damit beschäftigt die Bänder zu lösen, die das weisse Bündel zusammenhielten. Ich hörte wie sie sagte: „Gell, du willst Deine Händchen nicht so eingepackt haben, gleich ist es so weit und du kannst sie frei bewegen.“ Ich stand da und schaute zu, wie erst die eine und kurz darauf die zweite Hand zum Vorschein kam. Was für kleine Fingerchen, so zerbrechlich, ganz sachte strich ich mit einem Finger meiner Hand über die Innenfläche der Hand meiner Schwester. Ihre kleine Hand schloss sich über meinen Finger und hielten ihn fest. Mein Bruder tat es mir gleich und so umschloss auch sein Finger die zweite Hand unserer  kleinen Schwester. Das war unser erster Kontakt. Mutti sagte: „Eure Schwester heisst Christa. Wir werden die nächsten Tage hier in eurem Zimmer bleiben. Vati wird für unser Schlafzimmer einen Ofen besorgen, dann könnt ihr wieder in euren Betten schlafen. Jetzt geht aber wieder schlafen, sonst kommt ihr am Morgen nicht aus dem Bett und ihr müsst ja in die Schule. Ausserdem sind Christa und ich sehr müde.“ Natürlich konnten mein Bruder und ich nicht sofort wieder einschlafen. Da war das grosse Geheimnis, die Ankunft unserer kleinen Schwester Christa. Ich weiss nicht wieviel Zuckerwürfel ich aufs Fensterbrett gelegt hatte, damit der Storch auch zu uns ein Baby bringen würde, doch jetzt war es Winter und kein Storch mehr zu sehen. Nun, in dieser Nacht konnte ich das Geheimnis nicht lösen und mit der Zeit habe ich vergessen danach zu fragen.

Ab dieser Nacht spielte ich nicht mehr mit meiner Puppe. Meine freie Zeit verbrachte ich fast nur mit Christa. Ich erlebte hautnah ihre Entwicklung mit. Ihr erstes Lachen, den ersten Zahn, die ersten Worte, die ersten Gehversuche. Die Angst wenn sie krank war und die Freude wenn es ihr wieder besser ging. Dieses Band, geschmiedet aus viel Liebe, hat uns ein Leben lang begleitet. Einige Erlebnisse aus dieser Zeit werde ich hier erzählen.

 

Ein Frohes Osterfest!


Wünsche ich all meinen Freunden und Lesern. Der Frühling kommt und mit ihm die Sonne. Der Nebel, die Kälte und die Dunkelheit weichen dem Licht und der Wärme. Es schwinden die Trauer und trübe Gedanken, machen Platz für die Freude am Leben.

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Ganz zaghaft öffnen sich die Knospen der Bäume, geben den Weg frei dem Drängen der Blätter, die dem Licht und der Wärme sich voller Zuversicht entgegenstrecken. In den Wiesen, deren sanftes Grün unterbrochen von Gänseblümchen, Primeln, Huflattich und anderen Frühlingsboten, die ersten Bienen sich ein Stelldichein geben. Der wilde Johannisbeerstrauch, fast über Nacht hat er sich im weissblauen Blütenzauber eingehüllt, Tulpen und Narzissen strecken ihre Köpfchen der Sonne entgegen. In dieser „Frühlingshaften Stimmung“ öffnen sich die Herzen auch Derer, die durch Leid und Tränen verschlossen wurden. Das Leben hat den Sieg errungen, das Leben ist lebenswert!

 


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Mein letzter Brief an Dich mein liebes Schwesterherz!

So haben wir uns immer genannt, wenn wir uns verabschiedeten bei Dir zuhause. Die letzten Wochen haben wir uns mehr im  Skype getroffen, wo wir manchmal über eine Stunde diskutierten, Kaffee zusammen tranken und so unseren Spass hatten, da ich leider durch meine gebrochenen Rippen nicht sicher mit dem Auto durch die Stadt zu Dir fahren konnte. Dann warst Du plötzlich nicht mehr zu erreichen. Der Silvester ging vorbei, erst einige Tage später im neuen Jahr konnten  wir mit dem Handy telefonieren. Du warst im Spital.  Noch am selben Nachmittag kam ich zu Dir. Du konntest nicht aufstehen, dazu reichte Deine Kraft nicht aus. Die vielen Untersuchungen hatten Dich geschwächt. Ich erfuhr von Dir, dass Du am Herzen operiert werden solltest. Doch wie, was, wann, müsste noch abgeklärt werden. Eine Deiner Herzklappen schloss nicht mehr richtig, dass hatten wir ja gewusst. Darum auch hast Du Dich vor Jahren für einen Herzschrittmacher entschieden. Leider wurde zur damaligen Zeit diese OP noch durch öffnen des Brustkorbes ausgeführt. Davor hattest Du Angst. Dies war nun nicht mehr so. In der heutigen Zeit, wurde diese OP mit einer Sonde gemacht und war nicht mehr  blutig. Du warst sehr müde und so verabschiedete ich mich nach einer knappen Stunde wieder.

Am nächsten Tag als ich im Spital anrief, hiess es: „Die Patientin wäre nicht zu sprechen.“ Also wartete ich den nächsten Tag ab, wo wir auch verbunden wurden. Deine Stimme war schwach und auf meine Frage ob ich kommen sollte, sagtest Du mir, dass am nächsten Tag entschieden wird, wann die OP stattfinden würde. Jetzt wollest Du nur schlafen.

Doch es kam ein Problem mehr dazu. Durch die Überanstrengung war ein Riss an der Herzklappe entstanden, der Dein Herz noch mehr schwächte. Das wurde in den vorangegangenen Untersuchungen entdeckt. Ich redete Dir Mut zu, diese OP so schnell wie möglich hinter Dich zu bringen, denn jeder Tag den Du zuwarten würdest, verbrauchte  Deine Kräfte und Kraft hattest Du ja fast keine mehr. Wir machten Pläne für danach. Ich versuchte Dir die Reha, die ja schon bestimmt war, als zwingend notwendig einzureden, denn so sehr Du die OP gefürchtet hattest, so widerlich war Dir der Gedanke an die anschliessende Reha.

Zwei Tage später solltest Du operiert werden. Meine Gedanken waren bei Dir den ganzen Tag. Am Abend versuchte ich nochmals zu telefonieren. Wir wurden verbunden und Du sagtest mir, die OP musste abgebrochen werden, da es unmöglich war, den Schlauch für die Sonde anzubringen. Du konntest noch nicht richtig sprechen und so liess ich Dich schlafen, mit dem Gedanken, am nächsten Tag ins Spital zu fahren. Am nächsten Tag hatte ich ein Telefon von Connie. Sie sagte mir, es wäre gut für Dich, wenn Du keinen Besuch erhältst, da jede Ansteckung einer Infektion vermieden werden sollte. Also habe ich mich daran gehalten und nur per Telefon versucht Dich zu erreichen. Wieder verging eine Woche. Da sagtest Du mir, man würde Dich nach Zürich ins Unispital bringen für die OP, da dort Spezialisten vor Ort wären. Termin war am 2. Februar. Ich fuhr zu Dir. Du warst angezogen und bist im Stuhl am Fenster gesessen, als ich ankam. Ich habe mich so gefreut, da es Dir anscheinend besser ging. Wir haben uns lange unterhalten. Ein Satz von Dir wird mir immer im Gedächtnis bleiben. Du sagtest: „Ich bin todkrank.“ Das brachte mich zurück zur Realität. Ich erkannte Deine Angst, nahm Dich in meine Arme und versuchte Dir einen Teil meiner Kraft zu geben. Das war das letzte Mal, wo wir mit Herz und Seele verbunden waren. Ich verabschiedete mich, als die Krankenschwester kam um Dir Blut abzunehmen, damit Deine Werte kontrolliert werden konnten. Ich sagte Dir noch, dass Deine Freundin Nina auch noch zu Besuch kommen würde. Ich begegnete Nina vor dem Krankenzimmer und war beruhigt, da sie ja nun hier war.

Samstag konnte ich Dich nicht besuchen, da Du zur Dialyse musstest und Sonntag brachte man Dich nach Zürich. Wir haben noch am Sonntag Abend telefoniert und ich versicherte Dir, dass meine Liebe und meine Gedanken bei Dir sind. Montag wartete ich den ganzen Tag lang auf ein Telefon. Ich musste wissen wie es Dir geht. Ich schrieb ein SMS an Connie und Michaela, mit der Bitte mir Bescheid zu geben. Ich bekam die Rückantwort, dass Du nicht operiert wurdest, da zu viele Infektionsherde  gefunden wurden. Man hätte Dich wieder aufs Zimmer gebracht. „Oh Gott“, dachte ich, auch das noch. Ich habe sofort im Unispital angerufen und wurde mit Dir verbunden. Deine Stimme war kaum zu verstehen. Am Dienstag hast Du erfahren, dass der OP Termin auf den 15. Februar verschoben wurde. Am Mittwoch brachte man Dich zurück nach St. Gallen. Ich frage mich: „War das Dein Wunsch?“ Eine Stunde nach Deiner Ankunft hattest Du einen Kreislaufkollaps und kamst in die Intensivstation. Ich erfuhr es am Donnerstag morgen von Deinen Kindern. So schnell es mir möglich war, eilte ich zu Dir. Du lagst da, ohne eine Regung, kein Wimpernzucken, kein Finger bewegte sich an Deiner Hand, angeschlossen an den Apparaten, die dafür sorgten, Dich am Leben zu halten. Doch ich hatte noch immer Hoffnung Dich nicht zu verlieren. Ich fragte die Ärztin ob es erlaubt sei, Deine Lieblingsmusik abzuspielen und sie fand, das wäre eine schöne Idee. Also fuhr ich nachhause und holte ein Tablet und verschiedene CDs und fuhr zurück zur Intensiv. Dort erwartete mich auch schon die Ärztin. Sie wollte mit mir reden. Im Arztzimmer eröffnete sie mir den wahren Zustand von Dir. Sie sagte mir: „Ihre Schwester ist todkrank. All die Apparate sind reine lebenserhaltende Massnahmen. Sie können sie nicht mehr zurückholen. Ihr Herz ist zu schwach.“

Auf meine Frage, warum Christa nicht vorher operiert wurde, erklärte sie mir den Hergang Deiner Krankheit. Der Herzschrittmacher hat zwar das Herz unterstützt, doch nicht die Ursache beseitigt. So sei Dein Herz immer schwächer geworden bis es nur mehr die minimalste Leistung brachte. Werden die Maschinen abgeschaltet, hört das Herz zu schlagen auf. Ich musste es akzeptieren. Es war Dein Wille, nicht an Maschinen zu hängen, wenn es keinen Ausweg gab. Meine ganze Hoffnung, Dich zurückzuholen war zusammengebrochen. Ich wollte nur noch zu Dir.

Deine Kinder und ich entschieden uns für Gospel. Wir schlossen das Abspielgerät an, ich habe einen Ohrstöpsel an Dein Ohr gehalten, den zweiten steckte ich mir ins Ohr. So hörten wir über eine Stunde lang Deine Lieblingsmusik. Ich streichelte Deine Hände, von denen keine Regung kam, doch es schien mir, als ob Du Dich entspanntest. Nach gut einer Stunde versorgte ich das Gerät. Ich sang Dir ein Gute Nachtlied: „die Blümelein sie schlafen …“, bis meine Stimme mir versagte. Ich ging auf die andere Seite Deines Bettes, um Deinen Kindern Platz zu machen. Dort hatte ich meine Hand auf Deiner, fasste mit leichten Druck  Deine Finger und meine andere Hand streichelte Deine Stirn und Wangen. Ich küsste Deine Augen, meine Tränen spürte ich nicht mehr. Die Ärztin kam und begann die Geräte langsam zurückzuschalten. Als die Geräte verstummten, hobst Du Deine Hand unter meiner langsam hoch. Deine Augen öffneten sich leicht, Deine Lippen bewegten sich, so als wolltest Du uns etwas sagen. Dann schlossen sich Deine Augen wieder, Dein Atem wurde flacher und war dann ganz weg. Da begriffen wir, Du bist von uns gegangen, oder besser, Du hast Deinen Körper verlassen. Doch wir wussten, Du hast uns wahrgenommen. Ich bin mir sicher, Du hast die Musik gehört und unsere Liebe gespürt.  Du warst nicht allein, als das Fenster ins Jenseits geöffnet wurde und Du Deine Reise ins Licht antreten konntest. Zurückgelassen hast Du Deinen leeren kranken Körper und uns, die wir nun ohne Dich, in der Erinnerung an Dich, weiterleben und uns irgendwann und irgendwo wieder begegnen.

In Liebe, Dein Schwesterherz