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Weihnachten ist vorbei und das Jahr geht seinem Ende zu. Das ist die Zeit der Besinnlichkeit! Gedanken kommen und gehen. Geschichten die ich vor langer, langer Zeit gehört habe, drängen sich wieder in mein Gedächtnis. Bereit, aufgeschrieben zu werden, bevor sie in der Tiefe des Vergessens, für immer entschwinden. So eine Geschichte möchte ich euch erzählen.

Es war Weihnachten, Heiliger Abend, im Jahre 1892. Raureif der die wenigen Fensterscheiben der kleinen, armseligen Hütte beschlagen hatte, ließ die aufkommende Dunkelheit nur erahnen, die sich langsam in das stille Tal senkte. Der kleine Florian war allein, er wartete auf seinen Großvater. Hatte der nicht gesagt, er würde vor dem Dunkelwerden wieder zuhause sein? Jetzt war es dunkel und es war kalt. Das Feuer auf der offenen Herdstelle war ausgegangen und mit ihm das bisschen Wärme und Licht. Florian zog sich zurück in die dunkle Ecke der Hütte, warf sich auf die Bettstatt, die aus einfachen Brettern zusammen gezimmert war, darauf ein großer Strohsack und einige Decken lagen. Er vergrub seine klammen Finger in diesen, ein tiefes Schluchzen schüttelte seinen ausgemergelten kleinen Körper und Tränen rannen über seine kalten Wangen. Hatte Großvater ihn vergessen? Würde auch zu ihm das Christkind kommen, oder hatte es ihn auch vergessen? So viel wurde vom Christkind erzählt. Von den Wundern, die es vollbringen konnte. Geschenke, die es an Kinder verteilte. Nur ganz wage konnte er sich erinnern an einen wunderschönen Baum im Kerzenlicht und verschwommen sah er die Gestalt seiner Mutter. Sie war tot, war einfach von ihm genommen worden, so wie einige Jahre davor der Vater, an den er sich nicht mehr erinnerte. Nun hatte er nur mehr Großvater der für ihn sorgte und mit ihm sein kärgliches Leben teilte.  Großvater, den er lieb hatte und der immer gut zu ihm war. Er wird sicher bald kommen. Mit dieser Gewissheit versiegten seine Tränen, er kuschelte sich tiefer in die wärmenden Decken und schloss seine Augen.

Ein eisiger Lufthauch berührte seine Nasenspitze. Großvater stand im Türrahmen der Hütte, der Schein der Laterne, die er in seiner Hand hielt, zauberte flackernde Schatten an die Wände. Seine Mütze, wie auch sein loderner Mantel, waren weiß vom Schnee, der hinter ihm sichtbar, in dicken Flocken zur Erde wirbelte und das Dunkel der Nacht erhellte. Er hatte kaum Zeit, seine Mütze auszuschütteln und seinen Mantel vom Schnee zu befreien, als sich auch schon Florian in seine ausgebreiteten Arme warf, er ihn hoch hob und fest an sich drückte. “Das du nur da bist Großvater”, hörte er ihn an seinem Ohr mit leiser Stimme sagen. “Ist schon gut Bübli, war aber auch ein weiter strenger Weg, vom Dorf zu uns, bei diesem Schneetreiben, doch jetzt bin ich Gottseidank bei dir. Jetzt wollen wir aber zuerst einmal Feuer machen und uns eine Suppe kochen.” Mit diesen Worten stellte Großvater Florian wieder auf den Boden und schloss hinter sich die Hüttentür. Er hängte seinen Mantel an einen Nagel neben der Tür, stellte seinen Rucksack darunter und legte seine Mütze darauf. Die Laterne stellte er auf den klobigen Tisch. Daraufhin machte er sich daran, das erloschene Feuer auf dem Herd wieder zu entfachen und stellte den Kessel mit Wasser über das Feuer. In eine Schüssel gab er Mehl, Eier und etwas Salz, vermengte dies bis nur mehr kleine Stückchen, ja fast Brösel waren und gab diese in das kochende Wasser. In einer Pfanne tat er Schmalz, schnitt eine Zwiebel klein die er im Schmalz anröstete. Auch diese tat er in den Kessel. Zu guter Letzt gab er noch getrocknetes Liebstöckel hinein. Florian hatte ihm bei seinem Tun zugeschaut. Wie wunderbar das duftete.

“So, jetzt wollen wir uns noch den Tisch richten.” Großvater holte eine Kerze aus dem Rucksack und stellte sie auf einen Blechteller, den er mit Tannengrün ausschmückte. Er stellte die hölzernen Schalen und Löffeln fürs Essen bereit, als es an der Hüttentür polterte. “Wer kommt den da noch um diese Stund zu uns”, brummelte er in seinen Bart und öffnete die Tür. “Frohe Weihnacht! Darf ich reinkommen?” Es war die Bäuerin vom Hof, auf dem Großvater im Sommer bei der Ernte mit half.  Sie hatte einen Korb dabei, der voll gefüllt, schwer an ihrem Arm hing. Großvaters Stimme zitterte leicht, als er die gute Frau herein bat. Diese strich Florian über das Haar und meinte; “ich habe einige Sachen für dich zusammen gesucht. Du kannst sie gut gebrauchen und bei mir liegen sie nur rum. Das jedenfalls hat mir das Christkind ins Ohr geflüstert und darum bin ich hier. Sie stellte ihren Korb auf den Tisch und sagte: Auspacken könnt ihr später. Ich muss jetzt auch gleich wieder zu meine Leut. “Der Herr sei mit euch”, sagte der Großvater, als er die Frau verabschiedete und die Tür hinter ihr verschloss.

“Bevor wir anfangen zum Auspacken, wollen wir noch unsere Suppe essen oder was meinst du Florian? “Ja Großvater, so machen wir es. Florian konnte es kaum erwarten, bis seine Suppenschale leer gegessen war. Immer wieder schielte er auf den großen Korb, der in der Tischmitte stand. Dann war es soweit. Großvater breitete all die wunderbaren Dinge auf den Tisch aus. Da waren warme gestrickte Wollhosen, eine Hose aus Loden, eine abgewetzte Lederhose, zwei dicke Pullover, eine Strickjacke, eine Lodenjacke, Mütze und Schal aus roter und blauer Wolle gestrickt,  lange Flanellunterhosen und Unterhemden. Außerdem noch ein Paar genagelte Winterschuhe mit hohem Schaft aus Leder. In diesem Winter würde Florian keine nassen Füße mehr bekommen. In Küchentüchern waren eingewickelt Wurst und Rauchfleisch und in einer Dose waren Kekse und Marzipan. Zu Unterst lag noch ein Märchenbuch. “Daraus werde ich Dir später eine Geschichte vorlesen”, versprach Großvater, Florian.  “Ich denke, wir werden ins Dorf zur Christmette gehen und dem Herrgott danken, für all diese wunderbaren Gaben, die wir durch seine Liebe erhalten haben. Denn er hat diese Liebe den Menschen ins Herz gelegt.”

Und so geschah es. Großvater half Florian die wunderbaren warmen Kleider anzuziehen, legte Holz nach im Herd, damit es warm war, wenn sie wieder zurück kamen, löschte die Kerze auf dem Tisch und machte sich mit Florian auf den Weg ins Dorf zur Christmette. In der Kirche strahlte im Kerzenlicht ein großer Baum geschmückt mit Silberfäden und bunten Schleifen darunter stand eine Weihnachtskrippe mit dem Jesuskind, Maria und Josef und die Tiere und Hirten hielten Wache. Andächtig lauschte Florian den Worten vom Pfarrer, der die Weihnachtsgeschichte erzählte. Die Töne der Orgel, der Klang der vielen Stimmen der Menschen, die so wunderbare Lieder sangen, das alles senkte sich tief in sein Herz. Der Heimweg durch die verschneite Winternacht war wie ein Märchen selbst. Der Himmel war sternenklar. Die Bäume glänzten im hellen Schein ihres weißen Kleides und über den Feldern lag der Schnee knietief wie eine Daunendecke. Man sah den Atem in der kalten Luft wie Dunst aufsteigen und hörte das Knirschen des Schnees unter den Schuhen. In der Hütte hatte sich die Wärme gehalten. Großvater legte noch etwas Holz auf die restliche Glut und machte sich und Florian für die Nacht fertig. Im Schein der Laterne begann er wie versprochen aus dem Märchenbuch vorzulesen, doch Florian war eingeschlafen. “Morgen ist auch noch ein Tag”, dachte Großvater und löschte die Laterne, nicht ohne vorher mit einem Lächeln auf den Lippen seinen Enkelsohn zu betrachten, der friedlich mit einem Holzpferdchen im Arm schlief, welches er ihm zugesteckt hatte. “Soll er doch denken, das Christkind wäre noch in der Nacht hier gewesen.” Und so war es …

Florian hat mir diese Geschichte erzählt, da war er selbst ein alter Mann von fast 80 Jahren.


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Mögen sich unsere Wünsche und Hoffnungen erfüllen. Lasst Frieden und Glück in unsere Herzen Einkehr halten. Lasst nicht zu, dass unsere Kinder, die wir lieben, ohne Hoffnung aufwachsen. Wertvolle Geschenke erfreuen sicher so manches Kinderherz -und auch Erwachsene. Doch schenkt auch eure Zeit und eure Liebe, das macht glücklicher  als das teuerste Geschenk. Denn Zeit und Liebe sind das kostbarste Gut, welches wir verschenken können. Nicht nur für einen Tag, nein, es sollte immer so sein. Denn was wir geben, kommt wieder zu uns zurück!

Es ist die Liebe!

Herzliche Grüsse, Renate


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Es gibt die Warnzeichen, sie waren auch bei mir vorhanden. Schon in jungen Jahren passierte in meinem Körper unerklärliches. Nur wurde es nie beachtet. Ich habe es verdrängt, nie darüber gesprochen. Somit war es auch für meinen Hausarzt nicht diagnostizierbar. Mein früherer Hausarzt, er ist leider gestorben, diagnostizierte in mehreren Fällen bei mir vegetative Störungen des Nervensystems. Ich verspürte einen schmerzhaften Druck oberhalb des Magens. Man sagt dort wäre der Sitz der Seele. Der Druck kam von innen, so als wollte meine Seele nach außen. Manchmal war der Schmerz fast nicht auszuhalten. Mein Arzt machte sämtliche Untersuchungen um eine ernsthafte Krankheit zu erkennen. Doch ich war körperlich vollkommen gesund. Es passierte mir mehrmals in diesen Zeiten. Ich lag im Bett in einer Art Halbschlaf, ich spürte wie ich leicht nach oben schwebte. Ich breitete meine Arme aus und flog immer höher nach oben. Die Wände waren nicht mehr vorhanden. Ich sah mich unter mir im Bett liegen. Es war ein unbeschreibliches Gefühl. Das erste Mal als es mir passierte dachte ich, es wäre ein Traum gewesen. Doch es passierte immer wieder. Manchmal sogar am Tage wenn ich in der Stube im Sofa saß und meine Gedanken abschaltete. Ich spürte eine Mattigkeit, meine Glieder wurden schwerer, ein leichtes Ziehen, dort wo auch der Schmerz war und dann war ich wieder über mir. Ich war frei!  Einerseits machte es mir Angst, ich fürchtete nicht mehr zurück zu können, wenn es wieder vorbei war. Doch ich konnte es nicht beeinflussen. Erst mit der Zeit lernte ich meinen Körper und somit auch meine Seele so zu beherrschen, dass ich nicht mehr in diese Leere fiel. Körper und Seele blieben eins. Die nächste Störung kam nach meiner Scheidung. Durch die Tränen die ich weinte verlor ich fast meine Stimme. Mein Arzt schickte mich zu einem Spezialisten, wieder um ganz sicher zu sein, dass keine bösartige
Krankheit die Ursache war. Es war keine! Doch er meinte meine Schleimhäute wären total ausgetrocknet und es könnte viele Jahre dauern, bis sie sich wieder erholt hätten. Die Jahre die dann kamen waren alles anderes als schön. Doch ich arbeitete. Je mehr Kummer ich hatte umso mehr arbeitete ich. Manchmal rund um die Uhr um ja nicht nachzudenken. Die Arbeit war meine Medizin.
Als mich das Schicksal einholte, eigentlich unvorbereitet, war es fast zu spät. In den ersten Monaten hatte ich Angst vor der vollkommenen Entspannung. Ich unterdrückte jedes Mal den Drang meiner Seele nach außen. Ich schreckte richtig zusammen, wenn es wieder soweit kam. Ich wusste, wenn ich es zulasse, ich würde den Weg zurück nicht mehr schaffen. Diese Zeit ist nun vorbei. Meine Seele fühlt sich wohl in ihrem Körper und ich hoffe, dass das noch eine lange Zeit so bleibt. Vielleicht hat so mancher, der das liest, auch solches erlebt.


Der gleiche Text auch auf folgenden Internet-Portalen erschienen:
Erschienen am 18.08.2011:
www.premiumpresse.de

www.lifepr.de

 www.KLAMM.de

www.24PR.de

www.bsozd.com

„Mein Weg zurück“ – Eine berührende Autobiographie
Im Wagner-Verlag ist der erste Band der Autobiographie von Renate Klerx erschienen. In „Mein Weg zurück – Ein Meer voller Tränen“ beschreibt sie offen und ehrlich ihren Lebensweg.

Pressemeldung
Als ein „Wandern zwischen Vergangenheit und Gegenwart“ beschreibt Renate Klerx selbst ihre Autobiografie. Auf 245 Seiten erzählt sie, wie sie ihr Leben als Kind und Erwachsener erlebt und gelebt hat und langsam beginnt die Mauer, die sie um sich herum errichtet hatte, zu bröckeln. „Mit jedem Satz, den ich geschrieben habe, fiel ein Teil von ihr zusammen. Nun bin ich frei, frei zu tun, was meine Bestimmung ist, ich schreibe.“
In der Autobiografie „Mein Weg zurück – Ein Meer voll Tränen“ erzählt Renate Klerx den ersten Teil ihrer Lebensgeschichte. Sie wurde 1945 in Neuberg a. d. Mürz in der Steiermark geboren, schon bald zog die Familie nach Köln, in die Heimatstadt des Vaters. 1948 reisten Renate Klerx und die Mutter zurück nach Österreich, dort wuchs sie auf. Im Jahr 1963 zog die Autorin in die Schweiz. In ihrer Autobiografie füllt die Autorin diesen zeitlichen und örtlichen Rahmen mit Leben. Sie gewährt Einblicke in ihre Seele, nimmt den Leser mit zu ihren ersten Erinnerungen – das Kind, das weder Puppe noch Teddy zum Spielen hat, sondern auf der Erde vor einem Haufen altem Papier sitzt, nur damit beschäftigt, eifrig die kleinen Papierfetzen in noch kleinere Teile zu zerreißen. „Mein Ehrgeiz bei diesem Tun war grenzenlos.“ Erinnerungen an Kindertage kommen zum Vorschein: Die Freundschaft mit der Katze, mit der sie kuscheln konnte – Blumenkränze aus Wiesenblumen, während der Vater das Gras mähte – dann sein plötzlicher Tod; der Glaube zu Gott, die Beziehung zur Mutter und immer wieder das Gefühl der Einsamkeit, Krankheiten und die Mauer, die sie um sich herum aufbaut.
Die Autorin Renate Klerx findet für ihre Geschichte einfühlsame Worte und bringt mit ihrer anschaulichen und emotionalen Sprache dem Leser ihren Lebensweg nahe. Immer wieder verschwimmen Reflexionen und Erinnerungen und auch Märchenfiguren und mythologische Elemente werden eingeflochten. So entsteht ein dichtes Gewebe aus Erlebnissen, Emotionen und Gedanken, das den Leser auf eine weite Reise in die Vergangenheit von Renate Klerx und die eigene Gedankenwelt mitnimmt.
Unternehmensbeschreibung
Unter der Geschäftsführung von Hauke Wagner ist die WAGNER VERLAG GmbH im hessischen Gelnhausen seit dem Jahr 2000 tätig. Das Verlagsprogramm des Familienunternehmens besteht vor allem aus Titeln, die die Persönlichkeitsentwicklung und das Selbstbewusstsein von Kindern und Erwachsenen stärken sollen.



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Vereinigtes Europa, ein Gedanke der schon einige hundert Jahre geträumt und endlich Wirklichkeit geworden ist.

Der Grundgedanke war gut, nur die Ausführung war schlecht. Der Schulterschluss der europäischen Staaten sollte Kriege im europäischen Raum beenden. Die Idee einer Währung war auch gut, doch warum sollen andere Staaten für die Misswirtschaft derer, die dies verursachen bezahlen? Deutschland wie auch Österreich mussten ihre Kriegsschulden auch zurück zahlen. Da gab es keine Befreiung. Das Volk musste leiden, auf Grund weniger wahnwitzigen, die damals dieses Elend verursacht haben. Auch diese wurden vom Volk gewählt, vorerst … , einige Jahre später wurde daraus eine Diktatur, welche Europa in den Krieg und ins Elend führten.

Es brauchte viel Kraft und harte Arbeit, die Spuren des letzten Krieges zu beseitigen. Doch das Wunder gelang, der Wohlstand kehrte ein und mit ihm die Hoffnung vom Frieden in Europa.
Eines wird jedoch immer wieder vergessen. Es gibt Staaten innerhalb von Europa mit einer gelebten Demokratie und andere die patriarchalisch geführt werden. Diese zu vereinigen ist in dieser Weise nicht möglich. Die Denkweise ist zu verschieden. Das Chaos somit perfekt!
Solange den Staaten die Eigenverantwortung überlassen war, ging es aufwärts. Bei einigen schneller, bei anderen langsamer. Welcher Wahnsinn, zu denken, überall müsse der Aufschwung im gleichen Tempo voran gehen. Die Mentalität der Menschen ist nun mal nicht die gleiche. Denn wäre es so, würde der Wirtschaftsaufschwung überall gleich stattgefunden haben. Müssen wir hier nun wirklich für die langjährigen Fehler der Politik dieser Länder zur Kassa gebeten werden?

Meiner Meinung nach sollte jeder Staat und damit meine ich das darin lebende Volk, sich auf seine eigenen wirtschaftlichen Möglichkeiten konzentrieren. Im Grunde genommen gibt es überall Arbeit für jeden.  Man muss sie nur sehen.

Doch zurück zur Politik.

Wir das Volk wählen unsere Politiker auf Grund der Parolen die jeder Wahl voran gehen. Versprechungen werden abgegeben, die oft nicht gehalten werden können, doch Wunschdenken der Wähler sind. Zu schnell wird von einigen vergessen, dass sie eigentlich die Volksvertreter sind und von unserem Geld bezahlt werden. Ja richtig, sie werden durch unser Geld bezahlt!

Wie würde wohl Mitteleuropa dastehen, wenn sagen wir mal vor 30 Jahren, so viele Milliarden an Gelder in einem Fass ohne Boden hinein geworfen worden wäre? Das Komische daran ist, es gibt immer neue Möglichkeiten um diese riesigen Geldmengen zu beschaffen. Die Ideen dazu grenzenlos.

Straßensteuer, LSVA, Tabaksteuer, Vergnügungssteuer, MWST, Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer, und wie sie alle heißen.

Im Durchschnitt arbeitet ein Normalbürger mindestens 45 Jahre. Er zahlt Beiträge für seine Altersrente und Pension ein. Auch der Arbeitgeberbeitrag ist eigentlich integrierter Lohn. Würde dieses Geld auf ein Sparkonto bezahlt, müsste kein Rentner im Alter mehr Sorgen haben. Er könnte allein von den Zinsen leben.

Fazit, die arbeitende Gesellschaft gibt 50% und mehr ihres Einkommens und bekommt als Dank für ein oftmals hartes Erwerbsleben eine Höchstrente, die zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig ist. Soziales Werk nennt sich das. Ist es wirklich sozial? Hat jemals ein Politiker versucht mit einem solchen, von ihnen bestimmten Rentenbetrag, einen Monat zu leben? Wohl kaum. Ihre Rentenbezüge sind um vielfaches höher und das schon nach wenigen Jahren. Kein Wunder, dass die Politik ein erstrebenswertes Ziel ist. Sie gibt jenen Sicherheit, die sie uns nehmen.

Ich habe mir auch schon viele Gedanken über Integration gemacht. Ich selbst bin aus meiner Heimat ausgewandert und musste mich integrieren. Das heißt: Ich musste mich den Sitten und Gebräuchen anpassen. Wenn ich in einem Land leben will, welches eine andere Sprache spricht muss ich wohl zuerst die Sprache lernen und wenigstens versuchen, nicht ein Fremdkörper in der von mir gewählten Gesellschaft zu bleiben. Es ist und war ein Muss für mich, dass meine Kinder mit der Sprache der Wahlheimat von Kindheit auf vertraut waren. Wunderbar wenn es möglich ist, sie zweisprachig zu erziehen. Priorität muss aber sein, die Sprache des Landes zu sprechen und auch zu lernen. Es wird Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch u.a. in unseren Schulen als Unterrichtsfächer angeboten. Teils als Freifächer, teils obligatorisch. Die Forderung türkische Schulen zu bauen finde ich grotesk. Doch Türkisch als Unterrichtsfach wäre eine gute Möglichkeit. Ist die Türkei doch ein beliebtes Urlaubsziel.

Im Grunde liebe ich die multikulturelle Gemeinschaft. Ich meine, viele Gastarbeiter aus den verschiedenen Ländern denken im Grunde genommen wie ich. Viele zählen zu meinen Freunden. Umso mehr betrüben mich immer wiederkehrende Nachrichten in den Medien, welche oftmals den Unmut der Bevölkerung aufs äußerste reizen. Es geht auch anders, denn die Mehrheit aller Menschen möchte eigentlich nur in Frieden leben. Doch sind es wiederum politisch Denkende, teils auch religiöse Fanatiker, die ihr Gedankengut verbreiten und so für Unruhe sorgen. Es gibt ein Sprichwort: Was du nicht willst, das man dir tut, das füge keinem Anderen zu. Würde “Jeder” sich daran halten, wir hätten das Paradies auf Erden.

Ich habe viele Freunde die ihr Domizil in der Fremde gesucht und gefunden haben. Teils in Australien, Thailand, USA, Kanada, Spanien, Frankreich oder einer Insel. Doch jeder von ihnen musste sich an das von ihm gewählte Land und seine Bewohner anpassen und nicht umgekehrt.


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“Bin ich nicht fotogen? Wer mich so sieht denkt sicher, der kann kein Wässerchen trüben. Aber hoppla, so langweilig bin ich nicht. Ich hab schon jetzt meinen kleinen Dickkopf. Ja, eigentlich mache ich nur das, was ich gerade möchte. Am liebsten spielen. Übrigens, das kleine Kissen habe ich umgedreht. So rutscht es besser.”

“Natürlich würde es mehr Spaß machen mit meinen Geschwistern zu spielen.Doch die sind weit weg von mir. Vielleicht denken die gar nicht mehr an mich. Zwei Wochen ist es her, seit ich diese große Reise gemacht habe. Eigentlich bin ich ein uriger Bayer, sieht man mir doch an, oder?”

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“Der Kauknochen ist ja ganz gut, besonders für meine Zähne. Vielleicht sollte ich aber meine verstreuten Spielsachen in Sicherheit bringen, bevor es wer anderer tut.”

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“So einiges habe ich schon zusammen getragen. Das große Ding da vor mir, gut hat es Bändel, damit kann ich es leichter ziehen.”

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“Ist doch nicht so einfach wie ich dachte.”

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“Der Beißring war doch einfacher zu holen. Und jetzt?”

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“Ich denke, ich probiere es doch mit dem Schuh. Ob ich den wohl jemals klein kriege? Nun, ich bin drei Monate alt, da könnte es eigentlich zu schaffen sein.”

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“Eigentlich spiele ich ja lieber mit dem Grünzeug, welches hier überall rumsteht. Gestern habe ich einen Ast von der Zimmerpalme abgebissen und die langen Blätter schön verteilt. Mir hat es Spaß gemacht, doch meiner neuen Oma nicht. Dabei war es wirklich anstrengend, überhaupt dran zu kommen.”


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Veitsch im Jahre 1910

Vergleicht man die Bilder, können wir sehen, wie sehr sich das Veitschertal verändert hat.

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Veitsch aus der Vogelperspektive. Die Kirche in der Mitte direkt an den Berg gebaut, der den Ort in zwei Haupttrassen teilt. Der Berg gab vielen Menschen Arbeit, ein Heim und auch das tägliche Brot. Rechts ein Blick in das Kleinveitschtal und links zieht sich der Ortskern weiter in die Grossveitsch mit ihren Werkanlagen und weiter bis zum Fuße der Hohen-Veitsch.

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Eines meiner bevorzugten Ziele ist der Hochreiter, wenn ich mit meinen Walkingstöcken unterwegs bin.

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Die Kirche mit ihren Arkadenhof, ein Erbe welches uns viel erzählt, hat man Muse, zu sehen und zu hören, was die geschichtlichen Mauern uns sagen. Übrigens wurde in der Veitsch 1952 das Hallenbad eröffnet. Es war zur zur damaligen Zeit ein Privileg und ein Geschenk für die Jugend. Es war der Ort der Begegnung. Nun hatten wir nicht nur die fantastische Natur, wir hatten ein Kino und wir hatten ein Hallenbad. Viele Kinder in dieser Zeit, hatten diesen Luxus nicht.

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Hier zwischen der Kirche und dem Kirchenschiff der Ortskern der Veitsch. Darunter die Schutthalden vom Magnesit Abbau und dahinter die Werkanlagen, welche sich weit nach hinten ins Tal ziehen. Die Schornsteine rauchen schon lange Zeit nicht mehr. Der Magnesit Abbau wurde stillgelegt. Rechts unten noch einmal den Blick vom Eingang des Tales.

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Links oben die Brunnalm, daneben Pretal, ein Seitental in der Grossveitsch, wo die ersten Arbeitersiedlungen aus Holz gebaut wurden. Am Hang oben, neben dem grauen Steinhaus direkt dahinter, war mein erstes zu Hause. Mein Schulweg war 4 Km weit bis ins Dorf. Dieses Tal hat eine Verbindung mit Turnau. Die Straße über den Bergsattel wurde schon früh ausgebaut. Das Bild darunter zeigt die Abzweigung dieses Tales vom Haupttal, wir erkennen an den Berg gelehnt rechts, die Fortsetzung der riesigen Fabrikhallen, der Arbeitsplatz von vielen Menschen. Im Bergbau und in den Hallen waren in meiner Kinderzeit, wohl an die 2000 Arbeiter im Dreischichtbetrieb beschäftigt. links daneben sehen wir wieder die Straße auf den Bruch, also zum Bergbau und den Anfang der Fabrikhallen mit dem riesigen Schornstein, der heute nicht mehr raucht.

Das Veitschertal wurde schon um die erste Jahrtausendwende urkundlich erwähnt. Wälder wurden gerodet und als Lehen abgegeben. Die eigentlichen Grundherren waren das Kloster St. Lambrecht. Viele Höfe tragen noch heute den Namen ihrer Gründerväter.

Renate Klerx / Autorin


August. 2003

Liebe Frau …

-ein engagierter und glaubwürdiger Beginn, der sichtlich einem längeren Prozess entspringt. Man merkt Ihrem Text gleich einen großen Bezug zur Sprache an. Zunächst möchte ich mich aber als Ihr Studienleiter vorstellen, der Sie durch die “Schule des Schreibens “ hindurch begleiten wird. Nun, der Stoff, aus dem die besten Geschichten gestrickt sind, ist meistens die eigene Lebenserfahrung, und da scheint sich ja genügend bei Ihnen angesammelt zu haben.

Um es gleich zu sagen. Ihre Bewältigung der ersten Aufgabe gehört zu den besten zehn Prozent dessen, was mir eingeschickt wird. Und je mehr Talent vorhanden, –desto strenger bin ich auch. Stellen Sie sich darauf ein. Ich entnehme dem Text, dass Sie wahrscheinlich in Österreich geboren sind; dann sind wir Landsmänner(-frauen). “Der Sonnblick ruft” war eines meiner Lieblingsbücher, als ich etwa acht Jahre alt war. (Ich habe mich immer gefragt,  welcher >Sonnblick< gemeint ist: es gibt ja etwa fünf Stück.)

Also: sie schreiben lebendig, ausdrucksstark und stilistisch schön. Auch die Komposition des Textes ist überzeugend: die Gegenwart, die Rückblende und dann die Projektion in die Zukunft.

Der Erfolg im schriftstellerischen Bereich ist aber nicht nur eine Frage des Talents: da spielen viele Zufälle mit hinein und es bedarf einer gewissen Hartnäckigkeit und der Fähigkeit, Frustrationen in Kauf zu nehmen. Beides indessen traue ich Ihnen, angesichts Ihrer Biographie, durchaus zu.

Also: ein überzeugender Anfang. Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit, warte gespannt auf die nächste Aufgabe und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

R. S…

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Das also war die Beurteilung meiner ersten Aufgabe in der Schule des Schreibens. Es war für mich eine Bestätigung und ein Ansporn, meinen Traum vom Schreiben wahr werden zu lassen.

In der Zwischenzeit sind acht Jahre vergangen. Acht Jahre die nicht spurlos an mir vorüber gingen. Doch ich habe es geschafft: ich habe meinen Traum wahr gemacht.

Denn ein weiser Spruch sagt: „Träumt nicht euer Leben, sondern lebt euren Traum.“

Es grüsst Euch von ganzen Herzen

Renate Klerx

 


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Als ich mich entschlossen hatte, das Handwerk “der Kunst des Schreibens” zu erlernen, war mir voll bewusst, welch harte Zeiten auf mich zukommen würden. Und doch, wollte ich meinen Traum wahr werden lassen, musste ich diese Bürde auf mich nehmen.  Da ich noch voll berufstätig war, blieb für mich kein anderer Weg, als neben meiner Arbeit, zu lernen. Ich meldete mich bei der Schule des Schreibens in Hamburg an und erwartete nun voller Ungeduld mein Lernpaket. Es dauerte nur einige Tage, bis ich dieses auf der Post abholen konnte. Wieder zu Hause öffnete ich es, nahm die Lehrhefte fast ehrfurchtsvoll in meine Hände, wobei ein leichter Schauer über meine Haut zog. Es war wie eine Berührung von Geisterhand, so als wollte mich ein Geist der Schreibergilde willkommen heißen. Für mich jedenfalls war es so. Ich setzte mich in die Couch und begann die Kursanleitung zu lesen. Danach begann ich meine erste Lektion zu studieren. Vieles was ich in dieser ersten Lektion las, war mir bekannt. Meine erste Aufgabe war:

“Warum ich schreiben lernen will”

Hier nun meine Antwort auf diese Frage.

Welche Frage? Meine Gedanken schlagen Purzelbäume, meine Lippen formen Sätze und meine Hand versucht das Erdachte aufzuschreiben. Der Papierkorb füllt sich mit angefangenen Seiten. Es fehlt der Faden, Bindestücke zwischen Kopf und Seele. Mein Blick wandert im Raum, bleibt an meinen geliebten Büchern hängen. Jedes einzelne ausgesucht, ob meinen Wissensdurst zu stillen, oder einfach nur, mich – zu unterhalten. Es sind meine Freunde und sie werden mich mein Leben lang begleiten. Ich merke wie ein Lächeln über mein Gesicht huscht. Meine Gedanken sind weit weg.

Ein etwa zwölf Jahre altes Mädchen sitzt am Tisch und macht seine Schulaufgaben. Immer wieder schaut es aus dem Fenster. Es kann sich so gar nicht auf die zu lösenden Rechnungen konzentrieren. Es zeichnet kleine Blumen auf sein Löschblatt. Ganz ohne Übergang beginnt es zu schreiben. Es schreibt sein erstes Gedicht.

Frei wie der Adler wollte es sein, weit über den Wolken schweben, oder wie die Bäume, die stolz ihre Kronen zum Himmel heben. …

Wie gern wäre ich auf das Gymnasium gegangen. Aber ein armes Mädchen vom Lande brauchte keine höhere Schule. Das kostete nur Geld und Geld war keines da. Außerdem heiratet ein Mädchen, da wäre es schade um die Schule, also soll es arbeiten und Geld verdienen. Diese Gedanken waren nicht außergewöhnlich zur damaligen Zeit.

Ich arbeitete und sparte meine wenigen Groschen. Ich wollte lernen. Nach dreijährigem Unterbruch verhalf mir mein ehemaliger Schuldirektor zu einer Aufnahmeprüfung in die Handelsschule. Ich bestand die Prüfung. Ich kaufte mir eine Schreibmaschine, die Schulbücher und alles was ich sonst noch brauchte. Meinem Vater kaufte ich einen Anzug und meiner Mutter ein Teeservice, welches sie sich schon lange gewünscht hat, als Dank, dass ich wieder zu Hause wohnen durfte. Vor allem aber als Dankeschön, dass sie, meinen Willen zu lernen, nun doch noch unterstützten. Ich liebte meine Eltern und sie liebten mich. Die wirtschaftliche Lage hatte sich in den letzten Jahren etwas gebessert. Der Schrecken des Krieges verblasste immer mehr in den Köpfen meiner Eltern. Ich wurde einfach drei bis fünf Jahre zu früh geboren und das war mein Schicksal.

Wieder in der Schule. Was für eine herrliche Zeit. Mein liebstes Schulfach war “Deutsch”. Josef Edmund Bendel war mein Fachlehrer. Er war ein bekannter Kinderbuch-Autor. “Der Sonnblick ruft”, wurde sogar verfilmt. Meine Aufsätze durfte ich fast alle in sein Buch schreiben, worin er die besten Werke seiner Schüler sammelte. Ich schrieb Gedichte während des Unterrichts. Ob in Geschichte oder Musik, alles was mich bewegte, erfasste ich in Zeilen. Ich schrieb damals sogar meinen ersten Roman. Wie oft wollte ich ihm etwas davon zu lesen geben, aber im nächsten Moment dachte ich: “Es ist doch nicht gut genug.” So verging die Zeit und ich verpasste, (vielleicht) meine Chance.

Die Schule neigte sich dem Ende zu, was nun. Wien, kam nicht in Frage. Großstadt, viel zu gefährlich für ein junges Mädchen. Also, auf in die Schweiz. Jetzt zählte die Leistung und mein Ehrgeiz war groß. …

Ich lernte meinen Mann kennen, es folgte die Hochzeit und es kamen die Kinder. Wie selbstverständlich hatte ich so nebenher noch meinen Job. Hin und wieder schrieb ich Erzählungen und Gedichte. Ich schrieb über Freude und Trauer, Zorn und Liebe, alles für die Schublade.

Wirklich für die Schublade?

Mein Leben war reich an guten und schlechten Erfahrungen. Es hat mich nicht zerbrochen. Mit vierzig Jahren stand ich mit meinen Kindern allein da. Mit fünfundvierzig verlor ich alles was ich mir aufgebaut hatte. Ein Jahr später bestand ich die Wirte Prüfung und führte fünf Jahre ein Restaurant. Anschließend war ich Geschäftsführerin eines Hotels. Als dieses vom Besitzer verkauft wurde, war wieder einmal Auszeit für mich. Meine Kinder waren erwachsen und gingen ihre eigenen Wege. Ich war allein. Irgendwie war es traurig, aber ich konnte das Lebensrad nicht rückwärts laufen lassen. Ich meldete mich für eine Projektarbeit nach Rumänien. Ich wollte mich loslösen von der Vergangenheit, wollte mich befreien und es ist mir gelungen.

*****

Diese Zeit in Rumänien brachte mich wieder meiner Kindheit nahe. Es war für mich wie ein Bilderbuch. Die Zeit schien stillgestanden. Ich sah die Armut, aber sie war mir nicht fremd. Wir lebten wochenlang unter denselben Bedienungen wie die Bevölkerung und wurden nicht krank. Die Bauern hatten keine Traktoren, sie arbeiteten mit Pferden und Ochsen. An den Flussufern schwammen Scharen von Gänsen. Diese begegneten uns wieder am Abend, wenn sie nach Hause watschelten. Die Berge mussten wir zu Fuß durchwandern. Es gab keine Seilbahnen oder Sessellifte. Die Almweiden waren übersät mit Wildblumen und Heidelbeeren. Was mich faszinierte war die wilde, ja unberührte Schönheit der Landschaft. Ich hatte meine Seele wieder gefunden und auch die Liebe zum Schreiben.

*****

“Vision”, … einige Jahre später.

Ein Blick auf die Uhr, –noch eine Stunde. Ich strecke meine Finger und knete sie einzeln durch. Ganz schön anstrengend dieser Nachmittag. Die vielen Menschen und alle möchten ein handsigniertes Buch von mir. Nie hätte ich mir zu träumen gewagt, dass so viele Menschen auf meinen Roman gewartet haben. Eine Hand streckt sich mir entgegen. Sie umfasst ein kleines Buch –meinen Erstling; “Poesie”. Wie aus weiter Ferne vernehme ich die Worte: “Dieses Büchlein ist ein Freund, es wird mich mein weiteres Leben begleiten”.

*****

Das also war meine erste Aufgabe in der Schule des Schreibens.

Die Reaktion von meinem Studienbegleiter werde ich das nächste Mal hier rein stellen.


meine Heimat, der Ort meiner Kinder und Jugendzeit

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Ich möchte Euch hier ein wenig von meiner Heimat zeigen. Das Tal zieht sich 15 Kilometer lang bis zum Bergmassiv der Hohen-Veitsch. Es ist wie ein liegender Baum, würde man es aus der Höhe betrachten. Der lange Stamm der sich in der Mitte gabelt in zwei Haupttäler die sich wiederum verästeln in mehrere kleine Seitentäler . 76 Quadratkilometer ist dieses Tal groß. Für Wanderer gibt es 55  Kilometer Höhenwege zu durchwandern und noch mehr. Für die Bauern auf den Bergkuppen sind die Wanderer willkommene Besucher.

Ich werde diesen Betrag vor zu ergänzen. Kleine Episoden, werden Bilder die ich hier rein gebe, begleiten.

Renate K.

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Dieses Bild  zeigt den Ausgang des Ortes. Die Straße, führt durch einen schmalen Durchbruch ins Mürztal. Es wird erzählt, dass vor langer Zeit hier ein See war. Das Wasser hat den Naturdamm im Laufe der Zeit ausgehöhlt und durchbrochen. Als ich Kind war, konnte ich es mir gut vorstellen. Damals standen noch Felsen an der schmalsten Stelle dieser Talenge. Doch diese wurden weggesprengt, als die neue Straße gebaut wurde. Doch wenn man das Bild betrachtet, kann man sich einen See in alten Zeiten gut vorstellen.

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Und das ist der Blick, wenn man den Ort nicht im Bild hat. Ehrlich, stundenlang kann man in diesen Wäldern unterwegs sein, ohne auch nur einen Menschen zu begegnen. Ich liebe es durch diese Wälder zu wandern.

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Wie lange schon ist es her, seit ich eine Ameisenburg gesehen habe. Hier in den Wäldern findet du sie. Ich bin wohl fast eine halbe Stunde davor gestanden und habe dem Treiben der fleißigen Tierchen zugesehen. Es fasziniert mich immer wieder, was diese kleinen Tiere schaffen.

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Am Hochreiter angekommen! Ein wunderbarer Platz zum verweilen. Wer vom Wandern durstig oder hungrig geworden ist, hier kann er sich ausruhen. Ich liebe dieses “Platzerl” und hoffe noch recht oft hier Einkehr zu halten.

12460_1205186563925_1056454305_30737992_4041684_n mein Heimattal

Das Bild wurde fotografiert, genau gegenüber vom Hochreiter. Jedoch nicht mit Blick ins Tal, sondern wir sehen ganz im Hintergrund die  Hohe-Veitsch. Dieses Bergmassiv schließt das Tal ab. Am mittleren Bergrücken führt der Pilgerweg zur Klein-Veitscher Almhütte. Eine wunderschöne Wanderung. Die Pilger wandern weiter nach Mürzsteg und Mariazell.  Doch kann man auch weiter auf die Hohe-Veitsch, wo es auch Uebernachtungsmöglichkeit gibt.

Eine kleine Geschichte so nebenbei erzählt.

Bei der Wanderung auf dem Pilgerweg zur Klein-Veitsch-Alm, habe ich mich auf dem Rückweg verlaufen. Ich bin den falschen Pfad in den Wald zurück eingebogen und als ich es nach einer Stunde bemerkte, sah ich durch die Bäume die Straße, die zur Brunnalm führte. Also hielt ich mich wieder in die entgegengesetzte Richtung. Ich wollte ja zur Dick-Hütte. Nach weiteren eineinhalb Stunden konnte ich zwar von weiten den Bruch sehen, doch auch nur von weiten. Nach einer weiteren halben Stunde war es mir möglich, wieder einen Blick ins Tal zu tun. Ich sah die Straße, sie kam mir irgendwie bekannt vor. Es war der hinterste Teil von der Klein-Veitsch, was ich sah. Zu diesem Zeitpunkt war ich acht Stunden unterwegs und ich beschloss, quer durch den Wald, abzusteigen. Es war Abenteuer pur. Kein Weg, kein Steg. Manchmal setzte ich mich einfach und rutschte auf meinem Hinterteil, wenn es zu steil war, zu gehen. Doch ich kam heil unten an, fand auch den Steg, der mich über den Bach zur Straße brachte. Ein Jeep stand vor einem Haus, aus dem gerade ein Mann kam. Ich fragte ihn, um ganz sicher zu sein: “Entschuldigung, Bin ich hier noch in der Veitsch?” Er lachte und meinte: “Ja, wo müssen sie denn hin.” “Also bin ich in der Klein-Veitsch, ich muss noch ins Dorf. Habe mich im Wald etwas verlaufen”, gab ich ihm zur Antwort.  “Das ist ja noch ein ganz schönes Stück Weg, wenn sie fünf Minuten warten, können sie mit mir mitfahren. Ich muss noch einige Besorgungen machen”, sagte es und verschwand im Haus. Ich sah mich um und entdeckte einen Brunnen, aus dessen Rohr, verlockend das Wasser strömte. Ich wusch mir Gesicht und Hände, bevor ich trank. Es war einfach köstlich. Erst im Auto kam die Müdigkeit und ich war froh und auch dankbar über diese nette Geste, mich im Auto mitzunehmen. Meine Mutter war auch froh, als ich eine viertel Stunde später wieder zu Hause war. Neun Stunden war ich unterwegs und sie hatte sich schon Sorgen gemacht.

Renate Klerx

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Dieses Bild zeigt die Hohe-Veitsch  Für Wanderer und Bergfreunde nur zu empfehlen.

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Brunnalm mit Blick auf die Hohe-Veitsch im Herbst

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Beim Almwirt trinken Mutti und ich unseren wohlverdienten Kaffee. Wir waren zuvor gut eineinhalb Stunden gewandert. Meine Mutter ist 88 Jahre alt. Wer würde das denken, der sie hier so sieht.